Sigristenhaus Boswil

Vom frühen 18. ins 21. Jahrhundert

Dank dem Konzept mit Veranstaltung, Produktion, Jugendförderung und Vermittlung hat sich das Künstlerhaus Boswil zu einem der wichtigsten Anbieter für klassische Musik im Aargau positioniert und geniesst auch in der Fachwelt einen ausgezeichneten Ruf. Das Ensemble soll deshalb mit dem Umbau des denkmalgeschützten Sigristenhauses um ein Haus der Musik reicher werden. Unter dem Dach des Hochstudbaus aus dem Jahre 1700 sollen zwei Probesäle, sieben Gästezimmer mit Nasszellen, Büros, Archive, Werkstatt, Sitzungszimmer und ein Lift für Instrumente und Menschen Platz finden. Im Innern soll das Gebäude also diesem Jahrhundert entsprechend umgebaut werden. Von aussen wird das Holzhaus auch zukünftig alt aussehen. Jedoch nicht buchstäblich, denn die Holzschindeln, Holzplanken und Balken sind noch in gutem Zusand.

Fundiert ist das bestehende Gebäude auf Streifenfundamenten aus Bollensteinen und einer teilweisen Unterkellerung mit Gewölbekellern. Bei der bestehenden Bausubstanz sind unterschiedliche Konstruktionsarten erkennbar. Grundsätzlich wird jedoch das Primärtragwerk von zwei Hochstud (vertikale durchlaufende Pfosten) gebildet. Die Firstpfette, Unterzüge und Balkenlagen liegen auf den Hochstuden auf, welche im Erdgeschoss auf der Bodenplatte abgestellt sind. Die bestehenden Bauteile werden möglichst weiterverwendet und für die neue Nutzung ausgelegt. Bei Bedarf werden Verstärkungen aus Holz beigefügt. Der neue Liftschacht wird in Massivbau gebaut. Ausserdem sind zur Gebäudesicherung lokale Eingriffe im Untergrund geplant. Mittels Unterfangungen und Verstärkungen der Fundation soll damit eine stabile und langfristige Gebäudefundation sicher gestellt werden. Der Bestand ist jedoch, wo möglich und statisch sinnvoll, auch im Fundationsbereich zu erhalten.

Der gesamte Umbau des Sigristenhauses soll 5.4 Millionen Franken kosten. Während der grösste Teil bereits durch Stiftungen, private Spender und Überbrückungskredite finanziert ist, sucht die Bauherrschaft noch Spenden für die letzte fehlende Million Franken.